Wir schreiben das Jahr 2005. Mein Schwager Marc war zu Besuch bei seinem ehemaligen Vermieter (und heutigen Sponsor) A. Holldorb. Marc hatte früher schon einmal erwähnt , daß Addy mal Kart gefahren hatte und diese bei Ihm immer noch rumstehen. Es handelte sich um zwei MS Karts mit Honda V2 und 620 ccm. Die Karts hatten beide zwischen 35 und 40 PS. Das eine Kart war mit Seilzugstarter und das andere Kart mit einem Estarter. Bei diesem Besuch hatte Marc die Karts wieder oben im Lager stehen sehen (so wie die drei Jahre zuvor schon), und Addy gefragt, ob die Karts denn noch laufen würden. “ Keine Ahnung! Wenn man sie mal durchsieht und die Vergaser reinigt, sollten sie laufen” bekam er als Antwort. Marc bot Addy eine kostenlose Überholung der Karts an. Als “ Gegenleistung” handelte er eine Probefahrt für uns beide ein. Da wir beide bis dahin zwar schon öfter Leihkart gefahren waren, wollten wir natürlich wissen, wie es sich mit einem Rennkart mit ca. 40 PS anfühlt. Wir reinigten also die Vergaser, die Tanks und die Bremsanlagen etc. und bauten eine volle Batterie ein. Das Ergebnis: The Power of Dreams was back!!! Die Motoren liefen und die Bremsen wurden bei der ersten Ausfahrt auf der B6 in Heiligenfelde getestet. Jetzt kam allerdings das erste Problem: Marco passte keiner von den beiden Sitzen. Die Lösung: Ab zu MotoSchuette in Ganderkesee und einen einfachen Sitz gekauft. Jetzt, so glaubten wir, stand der ersten Fahrt auf einer Kartbahn nichts mehr im Wege. Falsch!!! Wie transportieren wir die Karts? Addy hatte einen Anhänger, aber es gingen keine zwei Karts darauf! Aber wie heißt es so schön: Not macht erfinderisch, und so legten wir auf die Bordwände ein paar Kanthölzer, auf die wir wiederum zwei Paletten verschraubten. Jetzt konnten wir die Karts auf mit den Paletten verzurren und dem Ausflug zur Kartbahn in Leese stand nichts mehr im Wege. Auf der Bahn angekommen, zogen wir ungewollter Weise gleich die Blicke auf uns. Zum Einen lag es an den doch schon etwas älteren Motoren, wie wir bei unseren ersten, zaghaften Benzingesprächen erfuhren und zum Anderen lag es daran, dass wir etwas “underdressed” waren: Wir fuhren mit kurzen Hosen, TShirt und Turnschuhen!!! Für uns beide war es ein aufregender, erlebnisreicher und lehrreicher Tag. Ihr könnt es euch sicher schon denken: Das Virus hatte uns infiziert. Wir waren auf Anhieb süchtig geworden nach dem Gestank aus Benzin, Öl und Gummi. Also fragte Marc Addy, ob er die Karts nicht verkaufen wolle, aber Addy wollte nur eins Verkaufen. Wir schlugen nach einer sehr kurzen Denkpause zu und erstanden unser erstes eigenes Kart für 800 Euro. Da wir aber noch ein zweites Kart brauchten, bearbeitete Marc Addy mehrere Wochen lang, er möge uns das Zweite doch auch noch verkaufen. Schließlich lenkte er ein und bot uns das Kart mit dem restlichen Zubehör wie Kartwagen und Felgen zu einem Preis von 1200 Euro an. Wir schlugen wieder zu. Jetzt hatten wir zwei fast 100% identische Karts. Perfekt!!! So ging unser erstes Kartjahr 2005 zu Ende.

Im Winter 05/06 wurde das erste Kart komplett zerlegt. Das Chassis wurde auf neue Seitenkastenhalter umgeschweißt , Sand gestrahlt und anschließend neu Pulver beschichtet. Beim Zusammenbau gab es einen neuen Spoilersatz mit aufgeklebtem Orange Dekor und alles neue Lager,eine neue Bodenplatte und einen Batteriehalter. Der Motor wurde vernünftig gereinigt und ebenfalls Optisch aufgewertet. Das zweite Kart wurde ebenfalls vernünftig gereinigt und mit komplett neuen Lagern versehen.

So gingen wir in die Saison 2006 ... In 2006 fingen wir an zu lernen. Der erste Auftritt in Bassum (unserer Hausbahn), wurde gleich mit dem Spruch eines anderen Fahrers (unserem heutigen Rennleiter) “ Heidenau fährt keine Sau” untermalt. So besorgten wir uns neue (gebrauchte) Reifen und versuchten alles, was uns so vorgeschlagen wurde, mal auszuprobieren. Mitte 2006 wurde Marc von Paul Kröger ein Guzzi V2 Motor mit 50 PS auf einem Benton Chassis zum Kauf angeboten. Da Marc großes Interesse an der Kombination hatte, beschlossen wir das eine MS Kart mit Seilzugstarter zu verkaufen. Marco sein Arbeitskollege Torben hatte interesse an dem Kart. Was ist das beste Verkaufsargument bei einem Kart mit Leistung? Richtig, eine Probefahrt. Gesagt, getan. Torben machte seine erste Ausfahrt mit seinem Kart auf der Nordwohlder Dorfstraße. Verkauft!!! Leider war das Benton Chassis nicht mehr verfügbar, so dass Marc den Guzzi Motor mit einem neueren MS Chassis (im Gegensatz zum verkauften) von Paul Kröger erwarb. Zur selben Zeit mieteten wir auch unsere erste gemeinsame Halle an, wo wir gleich den Guzzi aufbauten. Marc hatte sich zwischenzeitlich einen eigenen Anhänger zugelegt, der auch noch modifiziert werden mußte. Als all das erledigt war, ging es zur Probefahrt mit dem Guzzi. Wir dachten damals, daß es nicht wirklich einen großen Leistungsunterschied zum Honda V2 sein würde. Doch der Guzzi war der Hammer. Neben den Suzukis und KTMs (Schaltkarts) der schnellste Motor in Bassum. So kam es, daß auch Marco einen anderen Motor haben wollte/brauchte, um die Chancengleichheit unter uns beiden wieder herzustellen. Kurz vor dem Ende der Saison 2006 kriegten wir einen weiteren Guzzi V2 Motor mit 750 ccm und 60 PS von Andreas B. angeboten. Wir kauften den Motor, bauten ihn auf, und los ging es zur Probefahrt. Fazit: Hammer und die 10 PS Leistungsunterschied zum “kleinen Bruder” merkte man gar nicht! So ging die Saison 2006 zu Ende. Im Winter 06/07 gab es nichts zu tun.

In der Saison 2007 passierte bis kurz vor Saisonende nicht viel. Wir fuhren unsere Guzzis und waren glücklich. Mittlerweile machten wir bei den großen Karts von The Race Streckenposten und nahmen auch an den abschließenden After Race Partys teil. Bei der vorletzten Party hatte Marc mit Dr. Suzi alias Heiko S. eine Wette abgeschlossen, die Marc nur mit einem Suzuki SV 650 Motor mit 71 PS und 6 Gängen gewinnen konnte. Also bekam Marc innerhalb von vier Wochen einen solchen Motor von Heiko S. aufgebaut. So kam es, daß Marc das letzte Rennen von The Race im Oktober 2007 mitfuhr und das, obwohl er gerade einmal zwei Trainingstage mit dem neuen Motor hatte!!! Hut ab vor der Leistung! Und so kam es, wie es kommen musste: Marco war weder Fisch noch Fleisch mit dem großen Guzzi und brachte sein Chassis im November 2007 zu Heiko S. und ließ sich ebenfalls einen Suzuki aufbauen. Ende Dezember machte Marco seine Probefahrt (im Regen). Im Winter 07/08 standen wieder ein paar Umbaumaßnahmen an. Marc verkaufte sein Chassis mit Marcos großem Guzzi Motor und kaufte sich bei Paul Kröger wiederum ein MS Chassis. Das Chassis war allerdings gerade erst von Paul fertig gemacht worden (Sandstrahlen, pulvern etc.), so dass es aussah wie ein neues. Marc nahm das Chassis für 1000 Euro mit und wir bauten den Suzuki auf das neue Chassis wieder auf. Den kleinen Guzzi von Marc kaufte ein damaliger Arbeitskollege von ihm. Nach dem Motorumbau ging es der Serienbremse an den Kragen. Sie flog raus und wurde durch Brembosättel an Vorder und Hinterachse ersetzt. Marc verkaufte seinen Anhänger um sich einen größeren zuzulegen. Auch dieser Anhänger mußte noch leicht modifiziert werden. Er erhielt eine zweite Ebene und ein Staufach vorne auf der Deichsel. Wie Ihr lest, hatten wir in dem Winter definitiv keine Langeweile.

In der Saison 2008 nahmen wir beide dann an der kompletten Rennsaison von The Race teil. Am Ende der Saison langte es für Marc (obwohl er nur an drei von vier Rennen teilnahm) zu einem hervorragenden siebten Platz im Gesamtklassement. Für Marco, der alle Rennen mitfuhr, reichte es zu einem ebenfalls hervorragenden sechsten Platz im Gesamtklassement. So ging die Saison 2008 ohne besondere Vorkommnisse/Ereignisse zu Ende.Im Winter 08/09 bauten wir an unsere Karts neue Spoilersätze an und ließen diese mit der Werbung unserer Sponsoren (wir hatten unsere ersten Sponsoren!!!) bekleben. Desweiteren entstand noch unsere erste Internetpräsentation, deren Ausbaustufe Ihr hier gerade seht. Als besonderen Gag ließen wir uns die Team TShirts  mit Namen und Internetadresse fertigen.

Es kam die Saison 2009 in der wir wieder an The Race teilnahmen. In 2009 gab es fünf anstatt vier Rennveranstaltungen, wobei die vierte Rennveranstaltung in Embsen (bei Lüneburg) statt fand. Marc konnte gesundheitsbedingt leider nur an drei von diesen fünf Rennveranstaltungen teilnehmen und belegte am Saisonende den zehnten Platz in der Gesamtwertung. Marco hatte Glück und konnte am Ende den dritten Platz feiern. Leider gab es in 2009 auch einen schweren Unfall von Marc. Auf der Kartbahn Pottendijk (in Holland) kam Marc am Ende der langen Geraden leider von der Strecke ab und fand sich beim Tauchen im Kanal am Rande der Strecke wieder. Gott sei Dank blieb es nur bei ein paar Prellungen und Materialschäden. 2009 war die bislang aufregendste und Ereignisreichste Saison. Zum Ende/ Anfang (2010) des Jahres war die Internetpräsentation überarbeitet und Ihr könnt hier und jetzt diese Zeilen lesen.

Sicherlich haben wir noch ein paar Kleinigkeiten in dieser Historie vergessen, aber im Großen und Ganzen wisst Ihr jetzt alles über unsere “Karriere” .
 

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